Tagebucheintrag einer Mama
Yasmina
3/12/20262 min read


Die Reise meines Lebens.
Man sagt ja oft, mit der Geburt eines Kindes beginnt ein neues Leben.
Ich glaube heute:
Es beginnt nicht nur ein neues Leben.
Es beginnt eine neue Wahrheit.
Als ich Mutter wurde, hat sich nicht einfach mein Alltag verändert.
Es hat sich meine ganze Welt verschoben.
Plötzlich war da diese Liebe.
So groß, dass sie fast weh tat.
So tief, dass ich manchmal nicht wusste, wohin mit all diesen Gefühlen.
Ich habe meine Kinder angeschaut
und gleichzeitig mich selbst verloren.
Nicht von heute auf morgen.
Nicht dramatisch.
Sondern leise.
Tag für Tag. Nacht für Nacht.
Zwischen Stillen. Tragen. Warten. Hoffen. Funktionieren.
Ich wurde müde.
Ich wurde dünnhäutig.
Ich wurde eine Version von mir, die ich vorher nicht kannte.
Und irgendwann stand ich vor dem Spiegel
und wusste nicht mehr, wer diese Frau eigentlich ist.
Da war so viel Verantwortung.
So viel Druck.
So viel Angst, nicht zu genügen.
Und gleichzeitig war da diese unendliche Liebe,
die mich jeden Morgen wieder aufstehen ließ.
Mit meinen Kindern kam nicht nur Glück.
Mit ihnen kam auch meine eigene Geschichte zurück.
Dinge, die ich längst vergessen glaubte.
Gefühle, die ich nie richtig fühlen durfte.
Fragen, die plötzlich laut wurden.
Warum reagiere ich so?
Warum macht mich das so hilflos?
Warum tut mir das so weh?
ch musste mich selbst neu kennenlernen.
Nicht in ruhigen Momenten.
Sondern mitten im Chaos.
Besonders die Zeit mit meinem Sohn Ben hat mich verändert.
Seine gesundheitlichen Herausforderungen.
Seine Hochsensibilität.
Seine Tiefe.
Er hat mich gezwungen hinzusehen.
Hin zu mir.
Hin zu meinen Grenzen.
Hin zu meiner Stärke.
Es gab Tage, da habe ich gedacht, ich halte das nicht mehr aus.
Und trotzdem habe ich gehalten.
Ihn. Mich. Uns.
Heute weiß ich:
Meine Kinder haben mich nicht kaputt gemacht.
Sie haben mich wach gemacht.
Sie haben mir gezeigt, wie viel ich tragen kann.
Wie viel Liebe in mir lebt.
Wie viel Mut ich habe, obwohl ich mich so oft klein gefühlt habe.
Ich könnte mir kein anderes Leben wünschen.
Kein leichteres.
Kein ruhigeres.
Weil genau dieses Leben mich zu mir geführt hat.
An meiner Seite ist mein Mann.
Seit über 18 Jahren gehen wir diesen Weg gemeinsam.
Nicht perfekt.
Nicht ohne Zweifel.
Nicht ohne Schmerz.
Aber mit einer tiefen Verbindung, die gewachsen ist.
Durch alles, was war.
Und alles, was noch kommt.
Er ist mein Anker, auch wenn er oft nicht da sein kann, weil das Leben Verpflichtungen mit sich bringt.
Ich habe lernen müssen, mich trotzdem getragen zu fühlen.
Ihm zu vertrauen.
Uns zu vertrauen.
Auch das war ein Prozess.
Eltern zu werden verändert alles.
Uns selbst.
Unsere Beziehung.
Unsere Sicht auf die Welt.
Ich weiß heute, wie es sich anfühlt, sich selbst zu verlieren.
Ich weiß, wie es ist, wenn man glaubt, nie wieder zurückzufinden.
Ich weiß, wie einsam man sich fühlen kann — obwohl man von Menschen umgeben ist.
Und ich weiß auch, wie es sich anfühlt, langsam wieder bei sich anzukommen.
Genau deshalb gehe ich heute diesen Weg.
Weil ich weiß, wie es sich anfühlt.
Nicht aus Büchern.
Nicht aus Theorien.
Sondern aus meinem Leben.
Meine Passion ist es, Müttern, Familien und Paaren Halt zu geben.
Einen Raum, in dem wieder Luft zum Atmen entsteht.
Ein Raum, in dem man sich nicht erklären muss.
Ein Raum, in dem Entwicklung möglich ist.
Ich liebe es, ihre Mutter zu sein.
Und ich liebe es , ich selbst zu sein.
